
Die Schalmei (lat. calamus, Rohr) ist ein Blasinstrument, dessen Ton mit einem Doppelrohrblatt erzeugt wird. Andere Bezeichnungen sind auch Schalmay, Schalmey, Ciaramella oder Pommer(s.u.). Es handelt sich um ein konisch gebohrtes Instrument aus Holz mit 6 oder 7 Grifflöchern auf der Vorderseite und einem großen Schalltrichter. Das Rohrblatt wird aus verschiedenen Holzarten hergestellt (bevorzugt verwendet man „Arundo Donax“, eine französische Schilfrohrart) und funktioniert als eine Art Gegenschlagzunge. Beim Blasen wird es entweder direkt mit den Lippen umfasst, Instrumente mit Balg wie Sackpfeifen und Dudelsäcke oder solche mit Windkapsel wie Krummhörner oder Rauschpfeifen zählen jedoch auch zur Familie der Schalmeiinstrumente. Bei dem Musiktheoretiker Virdung (Musica getutscht, Basel 1511) erscheint die Schalmei mit einer sog. Pirouette, einer Art Holzscheibe, in die das Rohrblatt eingesetzt wird. Die Lippen das Spielers liegen dann direkt an der Pirouette an, so dass das Rohrblatt in der Mundhöhle frei schwingen kann. Die Verwendung der Pirouette erleichtert ein kontinuierliches Blasen (permanente Atmung), macht den Ton allerdings etwas krummhornähnlicher und erlaubt das Überblasen nur in den unteren Oktaven. Es ist anzunehmen, dass die Pirouette im Laufe der Zeit dem flexibleren Lippenansatz gewichen ist. Die Möglichkeit zu einer derart veränderten Blastechnik sicherten Schalmei und Pommer dann vor den Windkapselinstrumenten ihren Platz in der Musik des 17. Jahrhunderts (MGG, Bd.10, S. 1435).
Entwicklungsgeschichtlich stammt die Schalmei von orientalischen Blasinstrumenten wie Zamr oder Zurna ab. Kreuzfahrer brachten sie mit nach Europa, wo sie sich seit dem Mittelalter mit erstaunlicher Geschwindigkeit verbreitete. Zunächst vor allem als Hirten- bzw. Freiluftinstrument verwendet, hielt die Schalmei schon bald Einzug in die Kunstmusik. Schon um 1400 war sie der Ausgangspunkt für die Bildung tieferer Lagen, die im 16.Jahrhundert mit der Entwicklung der Baß und Großbaßinstrumente ihren Höhepunkt fand. Später diente die Schalmei als Vorläufer der „Deutschen Schalmei“ und im 17. Jahrhundert der auf französischem Boden entwickelten Oboe. Diese genießt bis heute hohes Ansehen in jeder Art von Musik und wurde seit ihrer Erfindung als ein vollkommeneres Instrument als die Schalmei gefeiert. Dennoch ist zugunsten des weichen und dunklen Oboentones auch auf einen großen Teil des gleichermaßen gerühmten feierlichen und strahlenden Schalmeiklanges verzichtet worden.
Der Begriff „Schalmei“ kann neben dem oben beschriebenen Instrument noch folgende andere Bedeutungen haben:
Der Name „Pommer“ leitet sich vom lateinischen „bombus“ (tiefes Brummen, Summen) ab. Aus den romanischen Formen des lateinischen Begriffes „bombarda, bombardo, bombarde“ entstand schließlich das deutsche „bombart, bomhart, bumbart, pumhart“ und schließlich „Pommer“.
Es handelt sich um ein ab ca. 1400 gebautes Schalmeiinstrument in tieferer Lage, das ebenso wie die Sopranschalmei mit einem Doppelrohrblatt gespielt wird. Eine namentliche Differenzierung der beiden Instrumente taucht zuerst in Aragonien auf, dessen Hof im Jahre 1391 zwei Musiker nach Deutschland schickt, um „tocadores de chalemia, bombarda y cornemusa“ zu suchen. Eine Trennung in Schalmei und Pommer scheint also schon recht früh verbreitet gewesen zu sein, auch wenn diese sich nicht zwangsläufig aus den Instrumentennamen ersehen lässt. Bis heute heißen alle Schalmeiinstrumente im Englischen „shawm“ und im Spanischen „chirimia“ und werden lediglich mit Zusätzen für die verschiedenen Lagen versehen.
Pommern verfügen über ein bis vier Klappen, die es ermöglichen, weit auseinander liegende Tonlöcher greifbar zu machen. Die Klappen werden von einer „Fontanelle“, einer tonnenförmigen Schutzkapsel mit Schallöchern, umschlossen und so vor Schlägen und Beschädigungen geschützt.