Improvisation in der Musik verschiedener Epochen
Die Praxis der Improvisation gibt es schon seit dem Anfang der Musikgeschichte - im Mittalalter und der Renaissance war es sogar äußerst unüblich, nach Noten zu spielen. Vielmehr improvisierte man mit und über bekannte Themen der jeweiligen Zeit. Dieser Praxis ist es auch zu verdanken, dass eine große Zahl von Musikstücken überhaupt nur einstimmig erhalten ist, obwohl immer mehrere Stimmen gespielt wurden. Später begann man auch die Verzierungen aufzuschreiben, so entstand u.a. ein umfangreicher Kodex aus Regeln und Anleitungen für das Improvisieren: Il vero modo de diminuir.
Diese stetige Klangveränderung und Neuerung in der Musik ist auch der Anknüpfungspunkt für den bekannten Pianisten Markus Becker, der sowohl im Bereich der Klassik als auch des Jazz zu Hause ist: Im Programm stellt er den Klängen der Renaissance eigene Jazzimprovisationen gegenüber. Die Musiker der Capella de la Torre knüpfen wiederum daran an, so dass ein lebendiger Dialog entsteht. Beide Stilrichtungen erhalten so einen völlig anderen Kontext und werden Teil einer neuen Kontinuität der Musikgeschichte.
Das Zeitalter der Erfindungen und der Emanzipation des Menschen als denkendes Wesen im 15. und 16. Jahrhundert wird mit modernen Improvisationen in enge Beziehung gesetzt und so in der Gegenwart neu zum Leben erweckt
Michel Godard, Serpent, Tuba und E-Bass
Markus Becker, Piano
Capella de la Torre auf historischen Instrumenten der Renaissance
Katharina Bäuml, Leitung