VINUM ET MUSICA - Songs and Dances from Nuremberg Sources from the 15th and 16th Century
Ein musikalischer Stadtrundgang durch Nürnberg
Die uns heute so selbstverständliche Trennung zwischen der ernsten Musik, zu der die geistliche zählt, und der Unterhaltungsmusik war dem Mittelalter fremd. „Vinum et Musica laetificant cor“, „Wein und Musik machen das Herz froh“, dieses Motto steht einem 1537 erschienenen Musiksammeldruck voran, der durchweg geistliche Kompositionen zusammenstellt. Bürgerlich profaner geht es zu in den ab 1539 erschienenen fünf Sammeldrucken von Georg Forster (1510-1568) Ein außzug guter alter und newer Teutscher liedlein/einer rechten Teutschen art/auff allerley Instrumenten zubrauchen/außerlesen.
Mit der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte des deutschsprachigen Raumes zwischen 1470 und 1530 war auch ein reges Musikleben verbunden. An der Orgel in der Nürnberger Sebalduskirche war der blinde Konrad Paumann (1410-1473) als einer der ersten professionellen Organisten tätig. Seit 1384 sind dort auch Stadtpfeifer dokumentiert, deren Zahl von zunächst drei bereits 1484 auf fünf angewachsen war.
Im Konzert werden mit der Besetzung Gesang, Orgel, Zink, Schalmei, Pommer, Dulcian und Blockflöten Musikdokumente des 15. und frühen 16. Jahrhunderts vor allem aus zeitgenössischen Nürnberger Handschriften und Drucken aufgeführt und die Musik einer blühenden Stadt in der Mitte Europas nach 500 Jahren wieder zum Klingen gebracht.
