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Claudio Monteverdi: MARIENVESPER (1610)

„Wir müssen damit leben, dass Monteverdis Marienvesper rätselhaft bleibt; das verbindet sie etwa mit Bachs h-Moll-Messe.“ (Silke Leopold)

Im Jahr 1610 stellte Claudio Monteverdi eine monumentale Sammlung liturgischer Musik zusammen und veröffentlichte sie mit einer Widmung an Papst Paul V. Laut Silke Leopold könnte es sich hierbei um Arbeitsproben handeln, die belegen sollten, dass der im Bereich der weltlichen Musik bestens ausgewiesene Monteverdi sich auch als Kirchenmusiker in Rom einen Ruf erwerben wollte. Die Publikation bietet alles, was ein Komponist zu Beginn des 17. Jahrhunderts beherrschen musste – anspruchsvollste Polyphonie, liturgische Gebrauchsmusik, Mehrstimmigkeit in allen denkbaren Varianten, solistische und konzertierende Vokalmusik und instrumentale Sätze von raffiniertem Klang und eindrucksvoller Virtuosität.

„Ausdrücklich verweist das Titelblatt der Publikation von 1610 darauf, dass diese Vokalconcerti auch losgelöst vom liturgischen Gebrauch in fürstlichen Wohn- und Schlafzimmern gesungen werden können. Monteverdi läßt offen, wohin seine Musik gehört, er läßt auch offen, wie die Musik aufgeführt werden soll.“ (Silke Leopold)

In der Aufführung von Capella de la Torre liegt der Fokus nicht nur auf einer besonderen Instrumentierung.  Es wird die im Druck überlieferte Abfolge auch um Instrumentalstücke des italienisch-jüdischen Komponisten und Monteverdi-Schülers Salomone Rossi gesetzt. Eine Marienvesper REVISITED, wie sie in unserer Zeit auf diese Weise ganz neu entsteht.

KONZERTE:
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
Lübeck, St. Marien - Ton Koopman, Dirigent
Berlin, St. Matthäuskirche am Kulturforum